Warum gegen Zecken und Flöhe?

Zeckenstich

 

Bei einem Zeckenstich (auch Zeckenbiss) wird die Haut von einer Zecke mit den Kieferklauen angeritzt und anschließend der „Stachel“ (das Hypostom) in der Wunde verankert. Die Zecke sticht dabei keine Ader an, sondern reißt eine Wunde, die aus verletzten Kapillaren voll Blut läuft (sog. Pool feeder). Vor Beginn der Nahrungsaufnahme gibt die Zecke ein Speichelsekret ab, das mehrere wichtige Komponenten enthält.

  • Einen Gerinnungshemmer, der eine Verstopfung des Stechrüssels (Hypostom) verhindert und den Blutfluss hin zur Einstichstelle steigert.
  • Eine Art Klebstoff, der die Mundwerkzeuge fest in der Haut verankert.
  • Ein Betäubungsmittel, das die Einstichstelle unempfindlich macht.
  • Einen entzündungshemmenden Wirkstoff, der eine Stimulation der körpereigenen Immunabwehr an der Einstichstelle vermeiden soll.

Anschließend wird das Blut durch die Zecke aufgenommen. Die Oberseite des Hypostoms bildet eine eingesenkte Rinne aus, die mit der Unterseite der Cheliceren einen Nahrungskanal bildet. Die Mundöffnung liegt oberhalb des Hypostoms, an dessen Basis. Die Unterseite des Hypostoms trägt Reihen von Zähnen, die artspezifisch geformt sind. Diese sind umso gröber, je länger die entsprechende Zeckenart im Wirt verankert bleibt.

Beim Saugakt würgt beziehungsweise spuckt (regurgiert) die Zecke in regelmäßigen Abständen während der Blutmahlzeit unverdauliche Nahrungsreste in ihren Wirt zurück. Speziell bei diesem Vorgang können Krankheitserreger, die zuvor bei einem früheren Wirt aufgenommen wurden und sich im Zeckenkörper erhalten oder sogar vermehrt haben, auf den nachfolgenden Wirt übertragen werden. Erreger, die sich bei einer infizierten Zecke in ihrem Darmtrakt befinden, werden nicht unbedingt sofort, sondern mitunter erst während des Saugaktes nach einigen Stunden (bei der Borreliose zum Beispiel etwa 6 bis 24 Stunden nach dem Einstich) auf den Menschen übertragen. Deshalb ist eine möglichst rasche und vorsichtige Entfernung einer Zecke dringend angeraten.

Einfluss auf das Infektionsrisiko hat auch das Entwicklungsstadium der Zecke. Eine Zecke im Nymphenstadium enthält zehnmal mehr Erreger als eine adulte Zecke.

Die Borreliose ist in der nördlichen Hemisphäre die häufigste von Zecken übertragene Erkrankung; sie geht oft mit schweren neuropathischen Symptomen einher und wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi aus der Gruppe der Spirochaeten ausgelöst. Eine Borrelieninfektion durch Zecken ist in ganz Deutschland, im Schweizer Mittelland sowie im mittleren und östlichen Österreich möglich. Zecken gibt es auch in Städten: eine Studie am Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Mikrobiologie (LMU München) zeigte, dass „der direkte Kontakt mit Büschen in Gärten ein bisher unterschätztes Risiko“ ist, durch einen Zeckenstich an Lyme-Borreliose zu erkranken.[3][4]

In Süddeutschland lag 2004 die mittlere Durchseuchungsrate der Zecken mit Borrelien (B. burgdorferi Spezies) bei 30 %. Die Zahl der Neuinfektionen pro Jahr wird für Deutschland auf 50.000 bis 100.000 geschätzt. Gegen die Borreliose existiert keine Impfmöglichkeit, sie kann aber bei frühzeitiger Erkennung gut mit Antibiotika behandelt werden. In Deutschland ist die Borreliose in den neuen Bundesländern und Berlin eine meldepflichtige Krankheit.

Quelle = Wikipedia

 

 

 

 


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